Montag, 11. Mai 2015

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Das Nibelungenlied (nach Wagner)

Wassernymphen beschützten den Hort, das Nibelungengold, das Schönste und gleichzeitig das Gefährlichste. Es lag dort im Rhein, und niemand durfte es besitzen. Wer es besitzen wollte, musste der Liebe entsagen. Einem Zwerg, Alberich, gelang es, in einem unbeachteten Moment, sich des Goldes zu bemächtigen. Er ließ sich daraus einen Ring schmieden, mit dessen Hilfe er sich das Volk der Zwerge untertan machte. Diese mussten nun für ihn Gold aus den Mienen fördern.
Wotan (der oberste in der germanischen Götterwelt) hatte den Wunsch, in seiner eigenen Burg, Walhall zu wohnen, und beauftragte zwei Riesen diese Arbeit für ihn zu tun. Als die Burg fertig war, kamen die Riesen, um ihren Lohn zu fordern. Wotan konnte sie nicht bezahlen, worauf diese Freya, die Göttin der Jugend und Schönheit, als Geisel mitnahmen.
Die Götter brauchten viel Gold, um ihre Mitgöttin freizukaufen und begaben sich zu Alberich. Durch die Macht seines Ringes konnte sich dieser nach Belieben verwandeln und so zeigte er sich, als er die Götter erblickt hatte, als riesiger Drachen. Loge, der klügste der Götter überlistete den mächtigen Zwerg, indem er dessen Eitelkeit anspielte: „Du kannst sehr groß sein, kannst du dich auch ganz klein machen?“ Der Zwerg verwandelte sich in einen Frosch, Loge stieg auf ihn und nahm ihm den Ring ab. Nun gehörte sein Schatz den Göttern und diese konnten ihre Schwester auslösen.
Obwohl die Goldmenge groß genug für beide gewesen wäre, zerstritten sich die Riesen wegen des Ringes und der eine erschlug den anderen, seinen Bruder. Das war der Fluch des Ringes. Wotan hätte den Ring gerne zurückbekommen, konnte aber nun keinen Vertragsbruch begehen. Er musste einen anderen Weg finden. Deshalb nahm er sich eine Menschenfrau und machte ihr 2 Kinder, einen Sohn, Sigmund, und eine Tochter, Sieglinde.
Das Mädchen wurde von einem germanischen Nachbarn, Hunding, geraubt und dort verheiratet. Sigmund dagegen schlug sich allein durch und kämpfte gegen seine Feinde. Lange Jahre später, nach einem dieser Zusammenstöße kam er erschöpft in ein Haus. Eine junge Frau bewirtete ihn. Es war Sieglinde. Die beiden jungen Leute fühlten sofort, dass sie etwas verbindet: der Hass gegen Hunding und die Blutsverwandtschaft.
Als der Hausherr nach Hause kam musste er feststellen, dass sich sein Feind in seinem eigenen Haus aufhielt. Für die Nacht war Sigmund sicher, so befahl es die Gastfreundschaft, aber am nächsten Tag wollte Hunding mit ihm kämpfen. Während der Nacht aber flohen die beiden Geschwister.
Wotan sah die Vernichtung seines geheimen Planes voraus und befahl einer seiner Walküren (Göttin, die die im Kampf gefallenen Krieger nach Walhall brachte.) Sigmund zu helfen. Aber Fricka, Wotans Frau, die Schutzherrin der Ehe, sprach ein Machtwort und der höchste Gott musste seine Walküre zurückrufen, die jedoch Mitleid mit dem Helden fühlte und da sie ihm nicht mehr helfen konnte, seine Schwester rettete, die in ihrem Leib die Frucht der Liebe, Siegfried, trug. Fricka verlangte nun von Wotan, diese ungehorsame Walküre zu bestrafen. Sie sollte in einem großen Feuerring schlafen und nur durch den Kuss eines Mannes geweckt werden können, der sich vor nichts fürchtet. (Daraus entsteht später das Dornröschen-Märchen, wobei das Feuer durch das sympathischere Symbol der Liebe, der Rose, ersetzt wurde.
Siglinde war nach der Flucht in den Wald auf einen Zwerg gestoßen, bei dem sie Zuflucht fand und ihr Kind gebären konnte, bei dessen Geburt sie selbst starb. Siegfried wuchs im Wald auf, war bald schneller als der Wolf und stärker als der Bär. Er begab sich auf Reisen und stieß auf den Riesen in Gestalt eines Drachen, den Siegfried tötete. Als er sich in dem Blut des Drachen badete, um unverletzbar zu werden, fiel ein Blatt auf sein Schulterblatt, was seine Achillesverse werden sollte. Den Ring schon an der Hand begab er sich dann in die Höhle, in der der Schatz lag, und nahm einem Zwerg, der diesen hätte bewahren sollen, seine Tarnkappe ab, die ihn unsichtbar machte.
Nun war er auch reich, aber er wollte das Fürchten lernen. Er traf auf den Feuerring, in dem Brunhilde, die Walküre, ruhte, und weil er keine Angst hatte, ging er einfach durch das Feuer, wobei dieses erlosch. Mit einem Kuss wurde die schöne Kriegerin erweckt und Siegfried versprach ihr nach dem Bestehen noch einiger Abenteuer wiederzukommen.
Er kam an den Burgunderhof des Königs Gunter und half diesem im Kampf gegen seine Feinde. Gunter hatte eine Schwester, Krimhild, in die sich Siegfried verliebte. Der König der Burgunder versprach ihm diese, wenn Siegfried ihm helfen würde, Brunhilde zu gewinnen. Brunhilde musste nämlich im Kampf besiegt werden und Gunter wusste, dass er ohne Siegfried keine Chance hätte. Sie reisten zu Brunhilde, aber als diese erfuhr, das Siegfried nicht als Freier, sondern als Gesandter im Namen von Gunter gekommen war, schwor sie Rache. Im Kampf stand Siegfried mit seiner Tarnkappe, so dass er nicht gesehen werden konnte, hinter Gunter und besiegte Brunhild. Jetzt konnte er Krimhild heiraten. Eine Doppelhochzeit wurde gefeiert.
Aber in der Nacht wollte sich Brunhild ihrem Mann nicht hingeben, weil sie den Betrug fühlte. Am nächsten Morgen bat der enttäuschte Ehemann seinen Vertrauten Siegfried, ihm in dieser heiklen Angelegenheit zu helfen. Siegfried in seiner Tarnkappe erledigte auch diese Aufgabe des Ehemanns und entledigte Brunhild ihres Keuschheitsgürtels, den er in seiner Truhe versteckte.
Am königlichen Hof befand sich ein Ritter, Hagen, der Sohn des Zwerges Alberich, der von seinem Vater den Auftrag bekommen hatte, ihm den Ring zurückzubringen. Mit einer List überzeugte Hagen zuerst Gunter, dass Siegfried schon zu mächtig und für den König zu gefährlich geworden sei, und dann Krimhild, damit sie auf das Hemd von Siegfried an der Stelle, an der er verletzbar war, ein Zeichen näht. Sie hatte Angst um ihren Mann und glaubte, dass Hagen ihn wirklich beschützen wolle. Aber während der Jagd erschlug Hagen ihn von hinten.
Der Ring hatte auch dieses Opfer gefordert.

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